Lagen & Terroir

Die Zusammensetzung des Bodens, das Ausgangsgestein, die Exposition und das Kleinklima eines Weinbergs sind nur einige der natürlichen Faktoren für eine exzellente Traubenernte, aus der einzigartige Weine gekeltert werden können. Ebenso viel Bedeutung erlangt die sorgfältige Hand des Winzers und das über Generationen weitergegebene Wissen über die besten Lagen.

 

 

 




Escherndorfer Lump Wiebelsberger Dachs

 

 

Sommeracher Katzenkopf

Der Katzenkopf, die berühmteste Sommeracher Weinlage ist nach Süden ausgerichtet und steigt sanft zum Horizont hin an. Das einzigartige Kleinklima und der besondere Boden machen den Weinberg zu einem der besten Rebstandorte Frankens und seine Weine belegen Stammplätze auf den Bestenlisten nationaler und internationaler Weinverkostungen. Im Herz des Katzenkopfes befindet sich das wohl beste Teilstück, der Wilm und ein Gewann, welches die Winzer auch heute noch als Kösterei bezeichnen und welches bereits in einer Schenkungsurkunde aus dem Jahre 1084 erwähnt wird. Der Bamberger Domprobst Ulrich schenkte dem Kloster Münsterschwarzach einige Weinberge in Sommerach, ein Ereignis, welches somit den urkundlichen Nachweis liefert, dass unser Katzenkopf schon seit Jahrhunderten als Herkunft hervorragender Weine geschätzt wird. Je nachdem wo man sich im Berg befindet, variiert die Mächtigkeit und die Zusammensetzung der Bodenauflage über dem oberen Muschelkalk. Im Hangfuß ist der Boden leicht und tiefgründig und von der Sedimentation des Maines geprägt. Dieser Teil des Weinbergs ist prädestiniert für aromatische Weine, insbesondere den Traminer, der nach Aussagen älterer Winzer an die Stelle im Katzenkopf gepflanzt werden solle, an der das Flusstal am engsten ist. Im Mittelstück des Hanges wird die Bodenauflage schwächer, der leicht erwärmbare mergelige Lehmboden ist von einem Muschelkalkskelett durchsetzt. Allen voran bietet dieser Bereich ausgezeichnete Standortbedingungen für vielschichtige Silvaner, aber auch den Burgundersorten verleiht dieser Boden eine spannungsgeladene Filigranität und eine besondere mineralische Prägung.

Die Weine aus dem Katzenkopf verzaubern durch saftige Aromen gelber Früchte, Schmelz und Länge und ein mineralisches Rückgrat, welches die Weine langlebig und entwicklungsfähig macht. Dieser Charakter wird 1802 in den „historisch statistischen Beschreibungen des Hochstiftes Würzburg“ attestiert: „...auf dem Lande sind die besten Weine der Escherndorfer, Eivelstädter, Randersackerer, Sommeracher und der berühmte Callmuth..“ Alle diese Weine hätten „diese besondere Eigenschaft, daß sie sich in die Länge halten und mit der Zeit immer besser werden.“

Ein Film zum Sommeracher Katzenkopf erscheint hier in Kürze!

 

Escherndorfer Lump

Atemberaubend steil, fast schwindelerregend, ziehen sich die Rebzeilen hinter dem Dörfchen Escherndorf aus dem Flusstal bis auf die Höhe. Der Lump umrahmt den Winzerort wie ein Hohlspiegel und fängt durch seine reine Südausrichtung die Sonnenstrahlen maximal ein. Die Lage ist geprägt von einer fruchtbaren, teils tiefgründigen, kalkmergeligen Lehmauflage, die von unzähligen Muschelkalksteinchen durchsetzt ist. Dort findet der Riesling aber auch der Silvaner sein behagliches Zuhause. Die Weine aus dem Lump sind stets von einer besonders finessenreichen Geradlinigkeit, Nerv, Tiefe und einer mineralischen Eleganz geprägt. Ein großer Lump braucht Zeit! Erst nach einem bis zwei Jahren Reife öffnet sich die Nase zu ihrer absoluten Vollkommenheit.

Film starten


Wiebelsberger Dachs

Sanft steigt der Hügel in einer kleinklimatischen Nische hinter dem Dorf an. Über dem Weinberg schützt der Steigerwald vor kalter Luft. Der Dachs blickt gegen Süden in die weite fränkische Ebene. Im Winter, wenn alle umliegenden Hügel noch tief verschneit sind, ist es immer wieder imposant zu beobachten, wie bei Sonnenschein im Hang des Dachses der Schnee bereits zu schmelzen beginnt. Der schluffige Lehm des Dachses ist aus der Verwitterung des unteren Gipskeupergesteins entstanden. Die Böden sind schwer, aber nährstoffreich und bewahren auch in trockenen Sommern lange die für das Rebwachstum nötige Feuchtigkeit. So können sich konzentriert aromatische Trauben mit kleinen goldgelben Beeren entwickeln, die von unseren Familien aus mittlerweile fast dreißig Jahre alten Silvanerweinbergen geerntet werden. Aber auch die Rotweinrebsorte Domina findet im Dachs ihre Heimat und liefert tiefdunkle ausdrucksstarke Trauben. Die Weine aus dem Wiebelsberger Dachs präsentieren sich stets mit der typischen Keuperwürze, einem Aroma, das an Kräuter und feuchte Erde erinnert, körperreich, muskulös und von einer ausgeprägten aromatischen Tiefe.

Film starten


Iphöfer Kalb

Einen Steinwurf vom Schwanberg entfernt bilden die zuweilen steilen Hänge über Iphofen den südlichen Abschluss des Steigerwaldhöhenzuges. Die Iphöfer Kalb ist von einem schiefergrusigen Lehm geprägt, der aus der Verwitterung des Gipskeupergesteins entstanden ist. Besonders für diesen Weinberg sind die auftretenden Gipsbrocken, die aus vereinzelt auftretenden Gipslinsen stammen und auf den ersten Blick an weißen Marmor erinnern. Die Böden sind von einem grusigen Steinskelett durchzogen und an den steilsten Stellen des Hanges brauchen die Reben einige Jahre bis die Wurzeln sich ihren Weg durch die Steinbänke gesucht haben. In den steilen, mageren Bereichen der Kalb haben unsere Winzer Riesling gepflanzt, während die sanfteren und tiefgründigeren Teilbereiche vorzügliche Standorte für Silvaner und Domina sind. Der Gipskeuper verleiht den in der Kalb gewachsenen Weinen zu der typischen Steigerwälder Würze eine feine Eleganz und Mineralität.

Ein Film zum Iphöfer Kalb erscheint hier in Kürze!